Während die Stiftsbibliothek St.Gallen in ihrer aktuellen Ausstellung Frauen aus dem Mittelalter in den Fokus rückt, haben Schülerinnen der Meitleflade parallel dazu eine Ausstellung mit beeindruckenden Frauen aus den letzten 200 Jahren kreiert. Diese Woche haben sie Mitarbeitende der Stibi durch ihre Ausstellung geführt. Diese zeigten sich begeistert. Stiftsbibliothekar Cornel Dora lobte die authentischen Darstellungen, während Historikerin Ruth Wiederkehr sich freute, auch ihr bislang unbekannte Persönlichkeiten kennenzulernen.
Noch erhalten die Ausstellungsstücke in den Korridoren der Meitleflade den letzten Schliff: Plakate werden zurechtgerückt, Details angepasst – dann kann die Führung beginnen. Das Publikum, bestehend aus Mitarbeitenden der Stiftsbibliothek St.Gallen sowie Schulpräsidentin Barbara Hächler, lässt sich von Schülerinnen der dritten Oberstufenklassen durch die Ausstellung «Frauen – Einblicke in weibliche Lebenswelten der letzten 200 Jahre» führen.
Die Ausstellung in der Meitleflade ist parallel zur Ausstellung in der Stiftsbibliothek, die sich mit Frauen im Mittelalter befasst, entstanden. Vorbereitet wurde das Ganze im Fach ERG mit der Religionsverantwortlichen Sandra Holenstein. Die Schülerinnen konnten sich selbst in kleinen Teams für eine Frau entscheiden. So begegnen Besucherinnen oder Besucher beispielweise Margot Friedländer, einer Zeitzeugin des Holocaust. Aber auch Natascha Kampusch, die 2006 ihrem Entführer entkommen konnte, Alice Kriemler-Schoch, Gründerin des Modehauses Akris, die Modeschöpferin und Unternehmerin Coco Chanel oder die pakistanische Bildungsaktivistin Malala Yousafzai sind anzutreffen. Ebenso findet sich die Musikwelt wieder, etwa mit Popstar Rihanna.
Kreative Präsentationen
Gezeigt wird zu den einzelnen Frauen weit mehr als nur ein Lebenslauf. Die Plakate sind kreativ gestaltet und in einigen Fällen wurde auch eine Szenerie aus dem Leben der Frau mit kreativen Elementen visualisiert. Zudem finden sich QR-Codes, die zu Filmen und stets auch zu einem Audiofile führen. Darin erläutern die Schülerinnen, was sie an den jeweiligen Frauen beeindruckt, was sie inspiriert und warum diese für sie als Vorbilder gelten.
Die Schülerinnen sind sich einig, dass die gezeigten Frauen stets auf ihre je eigene Art Mut und Durchhaltewillen bewiesen haben. Es seien Frauen und ihre Geschichten, die keinesfalls vergessen werden dürften – gerade auch in Zeiten, in denen Frauen weltweit weiterhin für ihre Rechte kämpfen.
Freude bei den Besucherinnen und Besuchern
«Aus Sicht der Stiftsbibliothek ist es eine grosse Freude zu sehen, dass ihr so viele Frauen und Biografien präsentiert», würdigte Ruth Wiederkehr, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftsbibliothek, die Schülerinnen. Zu sehen gäbe es etliche Frauen aus der Gegenwart, zu denen ihre Generation hier Spannendes und Neues erfahren könne. Stiftsbibliothekar Cornel Dora verglich das Engagement der jungen Frauen mit gelebter musealer Teilhabe. Auf ihre eigene Art hätten sie das Frauenthema aufgenommen und umgesetzt, ohne äussere Einflussnahme. «Gerne nehmen wir die Energie, die wir in diesem Schulhaus und in dieser Ausstellung spüren, auch zurück in die Stiftsbibliothek», so Cornel Dora.
Die Ausstellung in den Korridoren der Meitleflade dauert bis 20. Mai 2026.
Text und Bilder: Roger Fuchs




